+++ Demonstration 8th October 2015 +++ No Charity but Basic Human Rights +++

Folgender Aufruf von Personen aus der ‪#‎eaehalle4‬ wurde uns zugespielt und soll weiterverbreitet werden.

Den Aufruf gibt es hier noch in weiteren Sprachen:
Demonstration 8.10. – no charity but basic human rights

ACHTUNG: Die Demonstration beginnt um 15 Uhr am Kleinen-Willy-Brandt-Platz (am Hbf.). Um 13 Uhr wollen sich die Leute aus der Messehalle auf den Weg machen.
ATTENTION: The demonstration starts at 3pm at Kleinen-Willy-Brandt-square at the main train station. At 1pm the people from the Messehalle are leaving from there.

+++ Demonstration 8th October 2015 +++
+++ start 3 p.m (15.00 o’clock) +++
+++ Not charity but basic human rights! +++
+++ Kleiner Willy Brandt Platz (infront central station) Leipzig +++
+++ end: Landesdirektion at Braustraße +++

Am Donnerstag, den 08.10. um 13 Uhr wird es eine Demonstration geben, um die Registrierung von Geflüchteten zu beschleunigen, die in unserem Camp auf der Messehalle 4 in Leipzig untergebracht sind. Die Anreise erfolgt über die Straßenbahn 16 zum Hauptbahnhof. Von uns kritisiert wird die Verzögerungspolitik der Landesdirektion der Stadt Leipzig bzw. die allgemeine systematische Verzögerung solcher Entscheidungsprozesse. Diese Politik wird schwere Folgen für unser Lager haben, da bald der Winter naht.

Disclaimer: Wir wollen für unser Recht käpfen, damit wir nicht für die Zeit von drei Monaten unter unhaltbaren Zuständen in der Halle 4 verbringen müssen.

Die Demonstration wird offiziell angemeldet und somit im legalen Raum stattfinden.

Sie bietet die Möglichkeit, unsere schlechten Lebensumstände zu thematisieren und smoit die Öffentlichkeit zu tragen. Es soll an die Regierung appelliert werden, diese zu ändern, nicht nur für uns sondern auch für die Zukunft unserer Kinder.

Initiativkreis: Menschen.Würdig. solidarisiert sich mit den Besetzer*innen des Hamburger Michels

Seit vorgestern ist der Gesetzesentwurf zum neuen, nochmals verschärften Asylgesetz beschlossene Sache. Außerdem sollen nach Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien auch die Westbalkanländer Kosovo und Albanien zu sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt werden. Das steht in krassem Gegensatz zur Lebensrealität der Roma, die in ihren „Herkunftsländern“ von struktureller Diskriminierung und Rassismus betroffen sind und daher unter anderem in Deutschland Schutz suchen.

In den letzten Monaten wurden verstärkt Roma vom Westbalkan abgeschoben. Neben den Menschen, die aktuell Asyl in Deutschland suchen, sind auch viele Menschen von der Abschiebung bedroht bzw. betroffen, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen sind und ihr gesamtes bisheriges Leben hier verbracht haben. In solchen Fällen überhaupt von „Herkunftsstaaten“ zu sprechen, ist nicht nur zynisch sondern verfehlt vor allem die Realität.

Seit dem 17. September hat die Gruppe „Romano Jekipe Ano Hamburg – Vereinigte Roma Hamburg“ das Hamburger Wahrzeichen „Michel“, die St. Michaeliskirche, besetzt. Mehrere unmittelbar von der Abschiebung bedrohte Familien haben in den Räumen der Kirche Schutz gesucht. Die Kirchgemeinde hat die bedrohten Roma in ihr Gebet eingeschlossen. Inzwischen wurden den Protestierenden auch Räume im Gemeindehaus der St. Michaeliskirche zur Verfügung gestellt, der Ausgang ist ungewiss.

Der Initiativkreis: Menschen.Würdig solidarisiert sich mit den Besetzer*innen der Hamburger Michaeliskirche. Wir unterstützen die Forderungen der Protestierenden nach Anerkennung ihrer Fluchtgründe und einem Bleiberecht für alle. Auch wir fordern Asylgesuche individuell und ohne Ansehen des Herkunftslandes zu prüfen und nicht „gute“ gegen „schlechte“ Flüchtlinge auszuspielen.

PM: Eskalation in Messehalle 4: Initiativkreis: Menschen.Würdig & Refugee-Support LE widersprechen der Polizei und fordern Richtigstellung

Im Zusammenhang mit einer Schlägerei in der als Erstaufnahme-Einrichtung genutzten Messehalle 4 in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag behauptet die Leipziger Polizei, dass aus dem seit Mittwoch, 23. September errichteten Protestcamp Alkohol an Geflüchtete ausgegeben wurde.

Kim Schönberg (Initiativkreis: Menschen.Würdig) und Conny Herzog (Refugees-Support LE) widersprechen dieser Behauptung energisch:

„Mit der Darstellung von Polizei und LVZ wird der Eindruck erweckt, dass das Protestcamp zur Eskalation in der Messehalle beigetragen hat. Dass auf dem Camp Alkohol ausgeschenkt wurde oder wird, entspricht nicht den Tatsachen. Wir fordern die Polizei zur Richtigstellung auf.“

Seit Mittwoch, 23.9.2015 protestieren einige BewohnerInnen der Messehalle 4 im Freien für verbesserte Unterbringungsbedingungen und Klarheit über den Fortgang ihrer Asylverfahren. Sie fordern „not charity but basic human rights“ (Keine Mildtätigkeit, sondern Menschenrechte).

Der Protest wurde von den Geflüchteten selbst initiiert und organisiert, antirassistische Initiativen unterstützen sie dabei. Der Ort des Camps fungiert zudem als Treff- und Kommunikationspunkt und trägt als Rückzugsraum somit zur Entspannung der Situation bei.

Die Gründe für Eskalationen sehen die Initiativen in den beengten Verhältnissen und der fehlenden Privatsphäre insbesondere in der Messehalle 4, wo an die 2000 Menschen untergebracht sind. Auch das lange Warten und die fehlenden Informationen wie es weitergeht, nagt an der mentalen Verfasstheit der Geflüchteten, die zum großen Teil traumatisiert in Deutschland ankommen.