Globaler Gedenktag CommemorAction


Anlässlich des globalen Gedenktag CommemorAction für die Toten und Verschwundenen an den europäischen Außengrenzen beteiligte sich auch Menschen.Würdig e.V. an einer Informationsveranstaltung und Kundgebung.

Am 6. Februar 2014 versuchten mehr als 200 Menschen, die spanische Enklave Ceuta schwimmend zu erreichen und wurden brutal von der Grenzpolizei massakriert. 15 Leichen konnten geborgen werden, Dutzende weitere sind seitdem verschwunden. Dies ist nur eines der vielen Massaker, Schiffbrüche und bewussten Ertrinkenlassen auf dem Mittelmeer, Atlantik und Ärmelkanal in den letzten Jahrzehnten. Deshalb organisiert ein transnationales Netzwerk von Angehörigen zusammen jedes Jahr den Gedenktag „CommemorAction“. Am 6. Februar 2026 nahmen Menschen in über 50 Städten und 20 Ländern an den Aktionen teil.

Auch in Leipzig zeigten wir Solidarität mit den Angehörigen der Opfer und mit den Überlebenden des europäischen Grenz- und Überwachungsregimes. Dazu gehörte ein Vortrag und eine Ausstellung mit verschiedenen Augenzeugenberichten von Schiffsbrüchen und Massakern der letzten Jahre. Im Anschluss fand im Rabet eine Gedenkveranstaltung statt, bei der die Namen der Getöteten des 6. Februar 2014 symbolisch verlesen wurden. Ebenso gedachten wir der Opfer von rassistischer Polizeigewalt der letzten Jahre in Deutschland, da sie Ausdruck des gleichen Unrechtssystems sind.

Diese Erfahrungen sind auch prägend für Personen im Umfeld des Menschen.Würdig e.V. In den Momenten des Erinnerns und Trauerns stellt sich natürlich auch die Frage nach den Konsequenzen für die Überlebenden. Entsprechend braucht es eine ausreichende psychologische Versorgung für Geflüchtete in allen Aufnahmeeinrichtungen.

„Die Menschen, die an den Außengrenzen ermordet werden, haben auch mit uns hier in Leipzig etwas zu tun. Das europäische Grenz- und Kontrollsystem wird mit öffentlichen Geldern finanziert. Unsere gewählten Vertreter:innen sind dafür politisch zu verantworten. Und die gleiche rassistische Entmenschlichung die dazu führt, dass Küstenwachen Menschen einfach auf dem Meer ertrinken lassen, ist auch der Grund, warum in Deutschland Menschen of Colour von der Polizei umgebracht werden. Gerade zentrale Unterkünfte, Lager und Abschiebeknäste sind auch immer Orte möglicher rassistischer Gewalt“ erklärten Aktivist:innen auf der Kundgebung. „Deshalb stehen wir in Solidarität mit allen Familien und Freund:innen der Opfer. Jedes Jahr am 6. Februar kommen wir zusammen, um einen gemeinsamen Ort für unsere Trauer zu schaffen. Wir kämpfen für Gerechtigkeit, Wahrheit und Wiedergutmachung, für unsere gemeinsame Menschlichkeit.“

Blog Jule Nagel vom 10.09.2013: „18.09. Leipzig: Stadtratsanfrage und Kundgebung thematisieren die Wohn- und Lebenssituation von Asylsuchenden“

Anfrage zur Massenunterkunft für Asylsuchende in der Torgauer Straße 290 in Ratsversammlung am 18.09.2013 & antirassistische Kundgebung “Menschenwürdiges Leben für alle!” vor dem Neuen Rathaus.

Nach dem Tod des Asylbewerbers Hashim Y. ist eine Diskussion über mögliche Versäumnisse des Betreibers, A & S LAVAL, und die Verantwortung der Stadt Leipzig entbrannt. In der Kritik steht auch die schlechte Unterbringungs- und Lebenssituation von Asylsuchenden. Trotz des Stadtratsbeschlusses zur Neurorientierung bei der Wohnsituation aus dem Juli 2012 hat sich bis dato nichts wesentliches geändert. Im Gegenteil: die besonders heruntergekommene Massenunterkunft in der Torgauer Straße wurde sogar erweitert.
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Menschenwürdiges Leben für alle! Kundgebung am 18.09.2013, Leipzig, Neues Rathaus

Humane Life für Everyone! Manifestation on September 18th * Une vie en dignité pour toutes les hommes! Manifestation le 18 du septembre

Am 18.09.2013 tagt der Leipziger Stadtrat, Auf der Tagesordnung steht auch eine Anfrage zur Massenunterkunft für Asylsuchende in der Torgauer Straße in Leipzig. Diese sollte ursprünglich Ende 2013 geschlossen werden, denn die Lebensbedingungen dort sind untragbar und menschenunwürdig. Wie in den meisten Massenunterkünften, in denen der deutsche Staat geflüchtete Menschen unterbringt. Entgegen ihrer eigenen Aussagen plant die Stadt Leipzig inzwischen das Lager weiter zu betreiben. Das im vergangenen Jahr beschlossene neue Konzept zur Verbesserung der Wohnsituation von Geflüchteten in Leipzig und die Schließung der Torgauer Straße rücken damit weiter in die Ferne. Ganz zu schweigen von Arbeitsverboten, Residenzpflicht und langwierigen Asylverfahren, die meistens in Abschiebungen enden.
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