Zugegeben, man kann seine Zeit am Wochenende wirklich besser verbringen, als bei Facebook. In jedem Fall besser, als sich mit Aussagen zu konfrontieren, die einem die Frage aufdrängen, ob die Bildungsmisere nicht größer und die europäische Aufklärung nicht vollständiger gescheitert ist, als man selbst in zynischsten Stunden dachte. Es geht um den Bau einer Moschee in Leipzig? Für die Mitstreiter von „Gohlis sagt nein“ auf Facebook eher nicht. Es geht um ganz gewöhnlichen Rassismus und eine befeuerte Angst, die so mächtig scheint, dass Argumente und Rechtsstaatlichkeit keine Rolle mehr spielen.
l-iz vom 21.10.2013: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Ein Wochenende unter Rassisten“ weiterlesen
LVZ vom 19.10.2013: „Pro und Contra zu Moschee-Neubau“
Zum geplanten Neubau einer Moschee an der Kreuzung Georg-Schumann-Straße/Bleichertstraße (die LVZ berichtete) haben Ortsverbände von SPD und CDU konträre Meinungen geäußert. Während die Sozialdemokraten vom Ortsverein Leipzig-Nord mitteilten, „Angst vor der Moschee einer liberalen muslimischen Gemeinde mit maximal 100 Plätzen“ sei aus ihrer Sicht „unvernünftig“, erklärte der christdemokratische Landtagsabgeordnete Wolf-Dietrich Rost für seinen Ortsverband Leipzig-Nord: „Der Bau einer Moschee im orientalischen Stil steht im Spannungsfeld zur baulichen und kulturellen Umgebung.“ r.
(Quelle: LVZ vom 19.10.2013, S. 16)
l-iz vom 18.10.2013: „Moscheebau-Protest – Hochkonjunktur für Ressentiments: Bürgerinitiative gegründet und die CDU schaltet sich ein“
Der Protest gegen die geplante Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in der Georg-Schumann-Straße zieht seine erwartbaren Kreise. Am Donnerstag, den 17. Oktober gründete sich die „Bürgerinitiative Gohlis sagt nein“, nachdem ein erster Anlauf am Mittwoch aufgrund erheblicher Polizei-, Medien- und Neonazi-Präsenz geplatzt war. Auch die CDU ist mittlerweile mit im Boot und argumentiert mit Bauvorschriften und einer benachbarten Grundschule.