Leser_innenbriefe

[hier geht es zur Dokumentation der Leser_innenbriefe]

Hiermit dokumentieren wir einen Aufruf der Initiative Leser_innenbriefe, die dafür wirbt, der Lokalredaktion der Leipziger Volkszeitung (LVZ) Leser_innenbriefe zukommen zu lassen, um ein pluralistisches Meinungsbild in der Debatte um die so genannte dezentrale Unterbringung zu erhalten. Aus der Sicht der Aufrufenden kommt die Perspektive, die sich für Asylsuchende und ihre Belange einsetzt, zu kurz.

Da wir den Aufruf sehr unterstützenswert finden, bitten wir euch, uns eure an die LVZ gesendete Leser_innenbriefe zur Verfügung zu stellen, um diese dann anonymisiert auf unserer Seite zu veröffentlichen. Sendet sie dafür einfach als Kopie an:

menschen.wuerdig (at) googlemail (punkt) com

Hier nun aber der Aufruf:

Aufruf: Initiative Leserbriefe – Für ein pluralistisches Bild in der Leipziger Asyldebatte

Wir, eine Gruppe von langjährigen LVZ-Leserinnen und Lesern, erachten es seit einiger Zeit als bedenkenswert, wie die Leipziger Asyldebatte öffentlich geführt wird. Trotz der Unterschriftenkampagne des Initiativkreis: Menschen.Würdig. ist aus unserer Sicht eine einseitige Darstellung der Debatte in den Lokalmedien festzustellen. Dieser Eindruck entsteht unserer Meinung nach durch den Abdruck von Leserbriefen im Lokalteil der LVZ, in denen zu meist die Position der Gegner zur Sprache kommt.

Dies liegt unseres Erachtens nicht daran, dass die LVZ die Stimmen von Befürwortern aussortiert oder diesen keinerlei Beachtung schenkt, sondern vielmehr halten sich Verfechter des Konzepts sowie Personen, die sich für die Belange Asylsuchender einsetzen, scheinbar zurück.

Um ein pluralistisches Bild in der Leipziger Asyldebatte zu erhalten, werben wir für das Verfassen von Leserbriefen, die letztlich in der LVZ abgedruckt werden und auch Positionen verändern können. Wichtig ist, dass Menschen miteinander in Austausch treten, dies ist über Beteiligung von Leserinnen und Lesern durch Leserbriefe möglich. Hier die Kontaktadresse zum zusenden: leipzig@lvz.de

Wir bitten um Weiterleitung des Aufrufs über Facebook und andere soziale Netzwerke. Danke.

5 Gedanken zu „Leser_innenbriefe

  1. admin Beitragsautor

    abgedruckt in der LVZ vom 29.11.2012 (S.16 – Nicklas Eberl: “Geflüchtete mit einbeziehen”):

    Geflüchtete mit einbeziehen

    Zum Beitrag „Eingestandene Fehler spielen keine Rolle mehr“ vom 19. November:

    Mit Unverständnis habe ich die drei Leserinnenbriefe aus Wahren zur Kenntnis genommen. Sie fordern mehr Beteiligung seitens der Verwaltungen gegenüber den Bewohnerinnen des Stadtteils Wahren ein, lassen dabei aber gänzlich außen vor, dass Asylsuchende in den Entscheidungsprozess bisher in keiner Weise mit involviert wurden und die gesamte Zeit über sie hinweg bestimmt wurde und wird.

    Es ist daher vonnöten, sich für Asylsuchende einzusetzen und zu ermöglichen und einzufordern, Geflüchtete in die betreffenden Entscheidungen mit einzubeziehen.

    Kritik ist in dem Zusammenhang an CDU, FDP, SPD und an Teilen der Grünen zu üben, die in der Ratsversammlung am 18. Juli gegen eine entsprechende Vorlage zur Einbeziehung der zukünftigen Bewohnerinnen gestimmt haben. Lediglich die Fraktion der Linken stimmte dafür. Nicklas Eberl, 04177 Leipzig

  2. admin Beitragsautor

    abgedruckt in der LVZ vom 01.12.2012 (S.18 – Kim Schönberg: “Feigenblatt in der Asyldebatte”)

    Feigenblatt in der Asyldebatte

    Zu Leserbriefen und Berichten über die Einrichtung neuer Asylbewerberunterkünfte:

    Als fragwürdig ist das Heranziehen des „indischen Pizza-Bäckers“ Anokh Singh Ghuman durch Hans-Georg Uhlmann, dem Sprecher der Bürgerinitiative Wahren zu bewerten, es kann sogar als Instrumentalisierung angesehen werden. Der Verweis – und die damit einhergehende Reduzierung – auf die vermeintliche Herkunft soll scheinbar die eigene Argumentation legitimieren und ihr einen nicht-rassistischen Anstrich verleihen. Diese Positionierung kann damit als nicht-rassistisches Feigenblatt dienen, das eine Agitation gegen den geplanten Standort in der Georg-Schumann-Straße legitimiert. Kim Schönberg, 04177 Leipzig

  3. admin Beitragsautor

    abgedruckt in der LVZ vom 01.12.2012 (S.18 – Shane Lessenich: “Feigenblatt in der Asyldebatte”)

    Zu Leserbriefen und Berichten über die Einrichtung neuer Asylbewerberunterkünfte:

    Es bedarf einer Öffentlichkeit, die Kriege, Verfolgung oder anderweitige Fluchtgründe wahrnimmt und keinen Grund delegitimiert. Aktuell wird der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Chemnitz eine höhere Anzahl an Geflohenen zugewiesen, so dass Gemeinden mehr Geflüchtete aufzunehmen haben. Auch dies bedarf einer Öffentlichkeit, doch scheint unter anderen die weltoffene Stadt Leipzig Angst vor ihren Bürgern zu haben, da sie derzeit zu dem Thema, welches die Verwaltung sehr unter Druck zu setzen scheint, keinerlei Verlautbarungen von sich hören lässt.
    Shane Lessenich, 04177 Leipzig

  4. Detlef Holz

    abgedruckt in der LVZ vom 11.12.2012 (S.16 – Detlef Holz: “Freiheit auch für Flüchtlinge”)

    Zur Debatte um die Dezentralisierung von Flüchtlingsunterkünften:
    Da erarbeitet die Stadtverwaltung nach einem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates ein Konzept, um die menschenverachtenden Zustände, unter denen Geflüchtete und Asylsuchende in dieser Stadt, die sich gerne mit dem Label Leipziger Freiheit schmückt, leiden müssen, endlich ein Ende zu setzen und was muss man dann erleben: Statt das Konzept zu begrüßen (oder es als noch nicht weit genug zu kritisieren) und die neuen Leipziger in unserer Mitte zu begrüßen, wehren sich als anständig wahrgenommene Bürger dieser Stadt vor dem Zuzug einiger weniger Flüchtlinge in ihre Nachbarschaft. Schlimmer noch, sie setzen diese Menschen, die alle einen nicht wegzuredenden Grund hatten, ihre Heimat für ein besseres Leben zu verlassen, gleich mit Kriminalität und Vermüllung.
    Euch Mitbürger rufe ich zu: Wer 1989 auf der Straße für seine Freiheit eingetreten ist, muss diese auch für andere Menschen einfordern! Detlef Holz, 04115 Leipzig

  5. J.S.


    abgedruckt in der LVZ vom 03.01.2013 (S.16 – Jamie Steinwachs: “Anliegen auf ökonomische Aspekte reduziert”)

    Anliegen auf ökonomische Aspekte reduziert

    Zum Interview mit dem OBM-Kandidaten Dirk Feiertag:

    Anstatt klar Position für Asylsuchende zu beziehen und zu äußern, dass sie dezentral untergebracht werden sollen und dies aus humanistischen Gründen, aus Gründen der Selbstbestimmung von Menschen, verweist Feiertag auf die Kosteneffizienz der dezentralen Unterbringung Geflohener und reduziert diese und ihre Anliegen auf rein ökonomische, wirtschaftliche Aspekte.
    Feiertag knüpft damit an die Ressentiment-geladene Stimmung im Sommer in Leipzig an und schafft es nicht, Rassismus als Ursache zu benennen, sondern verweist auf „Ängste, die geschürt“ wurden und „die unnötig“ gewesen seien. Damit wird der Stadtverwaltung ein Versagen vorgeworfen und weiterhin behauptet, dass mit einer früheren Einbindung der Anwohner der betreffenden Stadtteile keine derartigen rassistischen Statements zustande gekommen wären. Damit verkennt Dirk Feiertag die Stimmung in den Stadtteilen.
    Oder er kennt sie nur zu gut und wollte damit nur feststellen, dass eine – wie auch immer geartete – frühere Beteiligung die Unterkünfte verhindert hätte, so wie es das Anliegen der BI Wahren bis heute ist!
    Jamie Steinwachs, 04435 Schkeuditz

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